Marco Kunz – Erfolg, Zweifel und die Zukunft der Musik | DEEP DIVE

Shownotes

Gast dieser Episode ist Marco Kunz, einer der prägendsten Schweizer Mundart-Pop-Musiker.

Im Gespräch mit Reto Möhr erzählt Kunz von seinem ungewöhnlichen Weg: vom Maurer auf dem Bau zu einem der erfolgreichsten Musiker des Landes.

Dabei spricht er offen über Durchhaltewillen, Zweifel und über die Realität des Musikbusiness.

Themen dieser Episode:

• Der Weg vom Handwerker zum Berufsmusiker • Warum Durchbeissen wichtiger ist als Talent • Die Rolle von Social Media in der Musikindustrie • Erfolg, Druck und Erwartungen im Musikbusiness • Reisen, Inspiration und Kreativität • Warum gemeinsames Singen Menschen glücklich macht

Die Episode wurde live im From Heaven in Bad Ragaz aufgezeichnet – vor Publikum und in einer Atmosphäre, die Raum für persönliche Geschichten und echte Gespräche schafft.

DEEP DIVE ist ein Gesprächsformat mit Persönlichkeiten aus Kultur, Wirtschaft, Politik und Gesellschaft.

Moderation: Reto Möhr Produktion: Filmfabrik, From Heaven

Transkript anzeigen

00:00:21: Schönen guten Abend miteinander.

00:00:25: Schön, dass ihr alle hier seid.

00:00:26: Ich würde euch natürlich auch anbauen zu

00:00:28: Hause oder wo immer ihr seid.

00:00:30: Es gibt ein nächstes Kapitel in meinem

00:00:32: Deep Dive Buch.

00:00:33: Ein Künstler, der seine ganz eigene Note in

00:00:38: die Schweizer Mundart-Pop-Szene

00:00:40: gebracht hat.

00:00:41: Aber ansonsten ist er gerne mal

00:00:42: wegzudenken von der Schweizer

00:00:44: Musikszene.

00:00:45: Er ist eine Persönlichkeit, ohne Zweifel und

00:00:50: eine Persönlichkeit, die auch immer einen

00:00:51: anderen Weg gewählt hat.

00:00:53: In einer Welt, wo also laut und schrill ist,

00:00:56: jeder auffallen möchte und für Aufsehen

00:00:58: sorgt, wählt er immer einen anderen Weg.

00:01:00: Und zwar er, der Weg vom Liesligen.

00:01:03: Und das hat er sehr erfolgreich gemacht.

00:01:05: Er hat zwei Swiss Music Awards gewonnen

00:01:07: und fünf Alben sind bereits Nummer eins

00:01:10: in der Schweizer Charts.

00:01:11: Und jetzt hat er ein neues Album, Stand

00:01:15: Land, Fluss, Poet, so heisst das.

00:01:18: Wird jetzt gleich am nächsten Tag

00:01:19: released.

00:01:19: Und ich bin ganz sicher, nach dem

00:01:21: heutigen Abend wird auch das wieder

00:01:23: selbstverständlich Nummer 1 sein von den

00:01:25: Schweizer Charts.

00:01:26: Man will nicht so überschwänglich sein,

00:01:28: sondern ganz bescheiden, so wie er.

00:01:29: Kürzlich wurde mir gefragt, wer bist denn

00:01:33: du eigentlich?

00:01:34: Seine Antwort war, ein 5-Liber und ein

00:01:37: Ushogi.

00:01:38: So weit, wenn wir es jetzt in die Go-Lo,

00:01:40: sicher ist es viel mehr wert als das, wenn

00:01:42: es geht in die Worte oder in Zahlen

00:01:44: beziffern.

00:01:46: Wir wollen spüren, wer er ist.

00:01:47: Wir freuen uns sehr, dass er hier ist heute

00:01:48: Abend.

00:01:48: Hier ist der Kunz.

00:01:57: Hallo, Marco.

00:02:08: Das mit dem Fünfleiber und der

00:02:10: Nussschokolade, oder?

00:02:11: Ich habe es falsch verstanden.

00:02:12: Ich habe das Gefühl gehabt, die Frage war,

00:02:15: was muss man für dich zahlen?

00:02:19: Fünfleiber und Nussschokolade kannst du

00:02:20: recht viel.

00:02:21: Aber es gibt ja noch den

00:02:23: Schokolade-Fünfleiber.

00:02:24: Das gibt es ja auch noch.

00:02:25: Das stimmt.

00:02:25: Das ist aber ein wenig.

00:02:26: Das sind sehr wenige.

00:02:27: Bei uns hat man mal gesagt, an

00:02:28: Weihnachten gibt es einen

00:02:29: Nussschokolade und einen Fünfleiber.

00:02:30: Wenn es immer geht, ich habe in meiner

00:02:34: Band auch immer ein

00:02:34: Weihnachtsgeschenk.

00:02:36: Das war einmal ein Nuss-Schokolade mit

00:02:37: einem 5-Liber.

00:02:38: Unglaublich.

00:02:40: Ich hätte gerne gewusst, was ich sagen

00:02:42: sollte, wenn man fragt, was du wert bist.

00:02:44: Ganz schwierig, oder?

00:02:45: Zum Teil gibt es auch wirklich Fragen.

00:02:46: Was wollte man da sagen?

00:02:49: Furchtbar.

00:02:50: Da ist deine neue CD, «Stadt, Land, Fluss,

00:02:54: Poet», so heisst sie.

00:02:55: Jetzt bist du momentan unterwegs, in den

00:02:57: Medien, überall.

00:02:59: Redende Antworten stehen.

00:03:00: Machst du das eigentlich gerne?

00:03:02: Ja, eigentlich wenn es um wenn es um die

00:03:06: Musik geht und meine Bewegerin zur

00:03:08: Musik macht.

00:03:09: Wenn es nur um die Familie geht, finde

00:03:11: ich...

00:03:12: Das ist noch viel gefragt.

00:03:14: Ist das die meiste Frage?

00:03:15: Ja, logisch.

00:03:16: Jetzt wissen wir es.

00:03:17: Mittlerweile alle vier Kinder.

00:03:20: Ja, sorry.

00:03:22: Ist nicht so.

00:03:23: Nein, nein, es ist schön.

00:03:25: Ich geniesse es mega, absolut.

00:03:26: Aber diese Frage gehen wir schon eher auf

00:03:28: den Keks.

00:03:28: Nein, ich bin ja Musiker.

00:03:30: Und wenn man dann nur über das Private

00:03:33: spricht, ist es so...

00:03:35: Ich hätte eigentlich gerne Musik machen.

00:03:37: Ich habe ja wie eine Berufung hier.

00:03:40: Oder ich sehe es so als Berufung.

00:03:42: Ich möchte gerne Leuten etwas bringen.

00:03:44: Ich möchte gerne ihnen Freude bringen.

00:03:46: Ich möchte gerne ihnen Zeit zum

00:03:48: Nachdenken anregen oder ihnen

00:03:50: Emotionen auslösen.

00:03:52: Und wenn es nur um meinen Vater geht,

00:03:53: da kommt man nicht ganz raus.

00:03:55: Wieso hast du mich denn mitgeladen?

00:03:56: Nein, überhaupt nicht.

00:03:58: Es hat noch vier Kinder.

00:03:59: Das Thema Familie.

00:04:01: Das Thema Familie schliessen wir jetzt ab

00:04:02: für heute Abend.

00:04:04: Das ist tatsächlich...

00:04:05: Das ist gut.

00:04:05: Das ist fein.

00:04:08: Schön.

00:04:09: Super.

00:04:09: Neue CD herausgebracht, neues Album,

00:04:12: Stadt, Land, Fluss, Poet.

00:04:13: Ich meine, du bist gerne alleine, wie man

00:04:15: Geschichten erzählt.

00:04:16: Man kennt dich ja auch über Geschichten.

00:04:19: Was erzählst du da für eine neue

00:04:20: Geschichte?

00:04:21: Ja, also ich sage immer, jetzt kommt

00:04:25: wieder das Private.

00:04:25: Ich glaube, in den ersten drei Alben ist

00:04:28: nicht so viel privat passiert wie hier bei

00:04:30: diesem Album alleine.

00:04:31: Ich bin

00:04:33: Wir waren auf einer sehr langen Weltreise.

00:04:35: Unsere Familie hat es einfach verdoppelt.

00:04:38: Ich bin seit ca.

00:04:40: 10 Jahren Berufsmusiker.

00:04:42: Es ist immer wieder eine Aufgabe, sich neu

00:04:45: zu erfinden, Themen zu finden.

00:04:47: Es ist sehr viel passiert, gerade auch mit

00:04:50: der Jahrhauszeit.

00:04:51: Das widerspiegelt sich im Album.

00:04:54: Ich glaube, es ist ein sehr persönliches

00:04:56: Album.

00:04:56: Ich weiss, das sagen die Künstler immer, es

00:04:58: ist mein persönliches Album.

00:05:01: Aber ich bin auch nicht derjenige, der

00:05:02: seinen Schmerz im Album nicht

00:05:04: beschreibt.

00:05:04: Für mich ist es immer ein Status, welchen

00:05:10: wir als Gesellschaft haben und durch

00:05:12: welchen wir gehen.

00:05:12: Was machen wir zusammen?

00:05:15: Was machen wir zusammen?

00:05:16: Dann müssen wir einfach

00:05:19: zusammenstehen und in die Zukunft

00:05:22: gehen, miteinander.

00:05:22: Dann kommen so viele Sachen auf uns zu

00:05:25: und wenn wir uns verkriechen,

00:05:27: und einfach alles über uns ergehen lassen

00:05:30: lassen, dann geht es uns nicht gut.

00:05:31: Und ich rufe dich auf und sage, komm, wir

00:05:34: haben das Heft in die Hand.

00:05:35: Ja, absolut.

00:05:36: Zusammen, das ist mega wichtig.

00:05:37: Was sind denn die Themen, die dich

00:05:38: beschäftigen?

00:05:39: Ich glaube, die, die uns alle beschäftigen.

00:05:42: Also neben Privatfamilien und so, ist es

00:05:45: natürlich uns als Land.

00:05:47: Wo stehen wir da?

00:05:48: Unsere Gesellschaft, wo geht die hin?

00:05:50: Was haben wir für Einflüsse?

00:05:52: Sind die gut, sind die schlecht?

00:05:54: Was macht uns glücklich?

00:05:55: Ganz einfache Frage.

00:05:57: Eigentlich, oder?

00:05:58: Gute Frage.

00:05:59: Jetzt sind wir schon sehr, sehr, sehr, sehr

00:06:00: gefahren.

00:06:00: Aber bleiben wir doch gleich dabei.

00:06:03: Was macht glücklich, oder?

00:06:05: Wir sind alle so in diesem Alltagsrhythmus

00:06:08: drin und es sind Themen wie Kinder,

00:06:11: Themen wie Job, Themen wie was auch

00:06:13: immer was.

00:06:13: Am Abend gehen wir nach Hause und

00:06:15: denken, ein guter Tag, ein schlechter Tag.

00:06:17: Was ist?

00:06:18: Ich glaube, eine sinnvolle Aufgabe macht

00:06:20: glücklich.

00:06:20: Ich glaube jedenfalls auch.

00:06:22: einen Sinn finden, den man so macht.

00:06:25: Ja, oder schon die Arbeit verlieren.

00:06:27: Das ist etwas sehr Schlimmes, nicht nur

00:06:29: finanziell, sondern auch, wenn man das

00:06:31: Gefühl hat, man wird nicht gebraucht.

00:06:32: Ich glaube, das ist mega, mega schlimm.

00:06:33: Ich hatte das zum Glück noch nie so, aber

00:06:35: das kennt man immer.

00:06:36: Und ich glaube, eines darauf zu nehmen,

00:06:39: nicht nur gebraucht zu sein, sondern zu

00:06:41: wissen, mit dem, was ich mache, mache

00:06:44: ich etwas Gutes für jemand anderen oder

00:06:46: für andere Leute.

00:06:47: Und ich glaube, das ist etwas vom

00:06:49: Schönsten und Es klingt immer so einfach.

00:06:52: Es gibt so viele Leute, die das vielleicht

00:06:53: auch...

00:06:54: Also ich muss ehrlich sagen, ich habe lange

00:06:55: gebraucht, bis ich es gefunden habe.

00:06:56: Ich habe das vorher anders gemacht, bis

00:06:58: ich in eine andere Branche gekommen bin.

00:06:59: Es ist ein Prozess, den man drin steckt.

00:07:02: Da muss man sicher mal ehrlich werden zu

00:07:03: sich selbst wahrscheinlich auch.

00:07:05: Ich meine, für dich ist es ja nicht...

00:07:06: Du hast Mauer gelernt, immer schon

00:07:09: Musik gemacht.

00:07:09: Erzähl mal, wie ist das gegangen, den Weg

00:07:11: zu finden, dass du...

00:07:13: Also gut, dass ich Leute unterhalten

00:07:15: möchte, das findest du ja, das habe ich

00:07:16: eigentlich schon lange gewusst.

00:07:18: Ich bin schon als kleiner Junge auf dem

00:07:20: Tisch gestanden und habe

00:07:20: «Peachwebber»-Lieder gesungen, obwohl

00:07:23: ich nicht wusste, was er dort singt.

00:07:24: Aber ich fand es einfach lustig.

00:07:25: «Peachwebber» war für uns gross.

00:07:26: Ich bin immer ein grosser Fan von

00:07:28: «Peachwebber».

00:07:30: Und er ist immer noch unterwegs?

00:07:31: Er ist immer noch unterwegs.

00:07:32: Er macht so viele Shows in den Jahren.

00:07:32: Er ist ja keine Ikone, absolut.

00:07:33: Das ist unglaublich, oder?

00:07:34: Er hat sogar eine Billette für sein letztes

00:07:35: Konzert.

00:07:36: Er hat das schon sehr lange angesagt.

00:07:37: Um 27 Uhr spielte er sein letztes Konzert.

00:07:40: Oder seine letzte Show.

00:07:41: Und ich musste natürlich eine Billette

00:07:42: kaufen.

00:07:43: Das habe ich da gesehen.

00:07:45: Nein, und ich hatte schon den kleinen

00:07:47: Wunsch, ich möchte gerne Leute

00:07:48: unterhalten.

00:07:49: Ich mache das sehr gerne.

00:07:50: Ich glaube, ich habe auch ein Talent dazu,

00:07:52: um auf der Bühne zu stehen und habe

00:07:53: keine Angst.

00:07:54: Also weisst du, und singe etwas und so.

00:07:57: Und der Weg mehr zum, wie kommt man

00:08:00: da hin?

00:08:01: Das ist mega schwierig.

00:08:02: Also du kannst nicht einfach sagen, ja, ich

00:08:04: gehe in den Kanton, studiere das, und

00:08:06: dann bin ich Musiker.

00:08:07: Die meisten Musiker, die heutzutage sehr

00:08:09: erfolgreich sind, haben immer Musik

00:08:10: studiert.

00:08:10: Also es gibt nicht so einen Weg...

00:08:13: von A nach B und dann musst du gehen.

00:08:15: Sondern man probiert halt auf allen

00:08:17: Ebenen irgendwie.

00:08:18: Man wird dort Lieder schreiben und dann

00:08:19: kommt man dort zu einem Konzert und

00:08:22: dann lernt man das oder das kennen und

00:08:24: so.

00:08:24: Und plötzlich gibt es dann aus ganz, ganz

00:08:28: vielen Begegnungen, gibt es dann

00:08:30: irgendwann schon einen Moment, wo man

00:08:31: davon rollen muss.

00:08:32: Und trotzdem ist es ein langer Weg.

00:08:35: Ich meine, du hast ja zuerst Maurer

00:08:37: gelernt, da warst du schon im Bau.

00:08:38: Du hast etwas früh gesagt und das finde

00:08:40: ich ganz speziell, weil das finde ich auch

00:08:42: sehr, sehr wichtig.

00:08:44: Ich setze auf Musik und mache nicht so ein

00:08:47: bisschen hin und her die ganze Zeit.

00:08:49: Das machen viele, das ist okay.

00:08:51: Ich kann nicht sagen, dass man das werten

00:08:52: muss, aber du hast gesagt, ich will es voll

00:08:55: machen.

00:08:55: Was war so der Prozess?

00:08:57: Man macht auch ganz andere

00:09:00: Gefühlsbäder mit, wenn man das so

00:09:02: macht.

00:09:02: In der Schweiz geht man halt immer auf

00:09:04: Sicherheit.

00:09:04: Das ist auch okay.

00:09:05: Und bei uns hat es schon gegeben.

00:09:07: Bei uns heisst es, du machst zuerst eine

00:09:09: Lehre, dann kannst du machen, was du

00:09:11: willst.

00:09:11: Also mache ich halt die Lehre.

00:09:13: Welche Lehre gibt am meisten Stutz?

00:09:15: Maurer, also mache ich Maurer.

00:09:17: Ist es tatsächlich so gewesen?

00:09:18: Ja, ich habe ja immer alles selbst bezahlt,

00:09:21: meine Musik und so.

00:09:21: Ich bekomme nicht von einem reichen

00:09:22: Haushalt.

00:09:23: Bist du handwerklich wirklich talentiert?

00:09:25: Ja, total.

00:09:26: Nein, es ist einfach so gegangen.

00:09:27: Schon mehr als das andere, aber ich bin

00:09:29: nie...

00:09:31: Es hätte bei uns zum Teil Kundenmauern

00:09:33: gegeben, die Mauern machen können.

00:09:35: So, oder?

00:09:36: Und bei mir...

00:09:38: Ja, ich habe immer Robo gemacht, wenn

00:09:40: man sich die Sachen anschaut.

00:09:42: Aber es war nicht immer so, dass man

00:09:46: sagt, ich mache eine Lehre und dann

00:09:48: schaust du weiter und so.

00:09:49: Und ich habe schon manchmal, glaube ich,

00:09:52: für mich so ausgemacht, mach es ganz

00:09:55: oder mach es gar nicht.

00:09:56: Und dann habe ich immer gesehen, mach

00:09:57: bis 30, mache ich jetzt voll Musik, gebe

00:10:00: alles und dann bis da, da hast du noch so

00:10:02: gesehen, wenn man einen Blattvertrag

00:10:03: hat, hat man es geschafft.

00:10:04: Oder?

00:10:05: Ja.

00:10:05: Das hast du damals noch gesehen, ja.

00:10:06: Genau.

00:10:06: Und dann habe ich gesagt, ich will den

00:10:07: Platz tragen bis 30 und sonst höre ich auf,

00:10:09: mache etwas anderes.

00:10:10: Bist du sicher?

00:10:10: Ja.

00:10:11: Hast du das wirklich gemacht?

00:10:12: Nein, ich habe nicht gedacht, dass ich es

00:10:13: schaffe.

00:10:14: Das ist genau der Punkt, oder?

00:10:16: Jetzt bin ich natürlich positiv, ich habe

00:10:17: immer darauf geschaffen.

00:10:18: Ja, aber man muss ja dann auch

00:10:20: irgendwann ehrlich sein.

00:10:21: Also, ich bin ja nicht, ich bin ja schon

00:10:24: länger in der Musik, mit 20 kam ich zu

00:10:25: Alive, einer A Cappella Gruppe, wo ich

00:10:27: vorher dann 50 Konzerte hatte im Jahr.

00:10:32: Das war ein Traum, als 20-Jähriger so viele

00:10:35: Konzerte spielen zu dürfen.

00:10:36: Dort hast du auch Musiker miterlebt, die

00:10:39: das Leben lang probiert haben und sich

00:10:41: dadurch auch viel verboten haben.

00:10:44: Wir sind ja in der Schweiz, da gibt es auch

00:10:46: viele andere Sachen, die cool sind.

00:10:49: Wir haben so viele Optionen.

00:10:50: Du hast gesagt, das ist lebensstiftend, das

00:10:55: ist etwas, wofür du lebst.

00:10:57: Ja, aber das kannst du auch bei uns

00:10:57: pflanzen.

00:10:58: Das ist auch sinnstiftend.

00:11:00: Ja, aber vielleicht nicht deins.

00:11:03: Vielleicht später mal.

00:11:05: Das sind die Fragen, die sind.

00:11:07: Was wäre gewesen, wenn...

00:11:09: Ist völlig egal.

00:11:09: Aber hast du gemerkt, irgendwie spürt

00:11:11: man ja auch, dass man das macht und

00:11:13: Talent in sich hat, dass man irgendwo auch

00:11:15: die Möglichkeit hat, eben genau das

00:11:17: wirklich, dass man ganz, ich sage jetzt mal,

00:11:19: davon leben kann?

00:11:21: Das habe ich erst spät so ein bisschen

00:11:25: erlebt.

00:11:26: Aber was wichtig war für mich, sind so mit

00:11:29: 14, 15 Jahre, als ich die ersten Lieder

00:11:31: schrieb.

00:11:32: Und dann an Musikschulkonzerten

00:11:35: gespielt habe.

00:11:36: Und dann die Leute wirklich gehört haben

00:11:38: und fest geklatscht haben und fanden, es

00:11:40: ist mega gut.

00:11:41: Und so habe ich gemerkt, ich glaube, es

00:11:43: kommt schon an.

00:11:44: Es könnte schon klappen.

00:11:46: Und dann habe ich dann Hardrock

00:11:47: gemacht, mit der Hardrock-Fans.

00:11:49: Das gehört dazu, diese Phase.

00:11:53: Mit ganzem Roses-Fan.

00:11:54: Und dann haben wir den zweiten

00:11:56: Roses-Werden der Schweiz.

00:11:57: Und nachher habe ich auch dort gemerkt,

00:12:00: dass das Showmachen, wir haben wirklich

00:12:01: grosse Shows gemacht mit Licht und Pyro

00:12:03: und Sachen und so.

00:12:05: Und das irgendwie bei den Leuten ankam,

00:12:07: obwohl es vielleicht gar nicht so wirklich

00:12:08: musikalisch war.

00:12:09: Aber es ist irgendwie angekommen und ich

00:12:10: habe gemerkt, das ist schon mein Meti und

00:12:12: es gibt für mich einfach nichts, was mich

00:12:15: jetzt so glücklich macht wie das.

00:12:16: Es gibt keinen Plan B?

00:12:17: Nein.

00:12:18: Den musst du ja gerne mal haben, oder?

00:12:19: Mittlerweile ist es tatsächlich so.

00:12:21: Also, du bist sehr erfolgreich, du hast jetzt

00:12:24: wirklich zwei Music Awards.

00:12:26: Du bist völlig gesetzt in der Szene.

00:12:28: Ja, aber auch das wird sich immer wieder

00:12:30: ändern.

00:12:31: Also wie viele Musiker kennen wir, die mal

00:12:34: gross gesehen sind und danach immer

00:12:35: weniger werden?

00:12:36: Ich wollte es nicht nennen, aber es

00:12:38: passiert.

00:12:39: Man muss immer dranbleiben.

00:12:40: Man muss immer dranbleiben.

00:12:41: Man muss üben.

00:12:41: Man muss aber auch in der Zeit Nerven

00:12:46: treffen.

00:12:47: Man muss ein gutes Team haben.

00:12:49: Es ist wie ein Unternehmen, das sich

00:12:52: immer wieder neu erfinden und etwas

00:12:54: Neues machen muss.

00:12:56: Weisst du, auch der Spass, den ich verliere.

00:12:58: Es klingt jetzt mega blöd, aber es ist, wenn

00:13:00: ich glaube, wenn ich jetzt würde, es wäre

00:13:02: von Anfang an immer die gleichen Lieder

00:13:03: spielen und immer gleich arrangiert und

00:13:05: so, dann wäre ich so, schon wieder.

00:13:09: Also auch das hängt irgendwann aus, aber

00:13:11: es ist noch nicht passiert, weil es, wir

00:13:12: müssen immer versuchen, wieder frisch zu

00:13:13: machen und so und das ist, ja, schön.

00:13:16: Du lebst schon mehr, die Begeisterung ist

00:13:18: da und das wird noch lange, lange

00:13:20: andauern, da bin ich ganz fest überzeugt

00:13:22: davon und gleichwohl bist du nicht einer,

00:13:24: wenn man mit dir redet, ist klar, du bist

00:13:25: sehr ein extrovertierter Mensch, aber

00:13:28: gleichwohl auch einer, der nicht

00:13:30: wahnsinnig laut ist.

00:13:31: Das ist etwas, das dich etwas

00:13:32: ausgezeichnet hat.

00:13:33: Ist das bewusst so gewählt?

00:13:36: Oder andersrum gefragt, ist es auch

00:13:39: schwierig in der ganzen

00:13:40: High-Fish-Becken-Musik, wenn man einen

00:13:41: anderen Weg wählt, der nicht immer der

00:13:44: Schrelle ist, der auffallen möchte, der

00:13:45: ständig präsent ist?

00:13:47: Ich habe mich gar nicht überlegt, weil ich

00:13:49: bin eher ein schriller Mensch.

00:13:51: Und ich möchte ja echte Musik machen.

00:13:53: Ich schreibe meine Lehre selber und

00:13:55: Das hat nichts mit Schreien zu tun.

00:13:57: Nichtsdestotrotz, ich mag sehr gerne

00:13:59: schreie Leute.

00:14:00: Darum bin ich auch gerne im

00:14:01: Showbusiness.

00:14:01: Ich geniesse das zum Teil, die Leute, die

00:14:04: hier sind.

00:14:05: Aber ich habe das nie gesucht.

00:14:07: Ich bin manchmal auch laut.

00:14:10: Das ist nicht so.

00:14:11: Aber ich glaube, so anecken und

00:14:14: provozieren, das leidet mir einfach nicht.

00:14:16: Ich sehe, ich kann aus dem nichts nehmen.

00:14:20: Ich habe nicht das Gefühl, dass das mein

00:14:22: Weg wäre zu machen.

00:14:24: Wie ich am Anfang gesagt habe, das

00:14:25: Miteinander ist viel wichtiger.

00:14:27: Ich poche immer auf das.

00:14:28: Wir müssen das Miteinander machen wie

00:14:30: alleine.

00:14:30: Also auch alleine ist schon mein Gesicht

00:14:32: drauf, aber das hätte ich alleine nie

00:14:33: machen können.

00:14:34: Dafür brauche ich Musiker, ich brauche ein

00:14:36: Team, ich brauche eine Plattefirma, die

00:14:37: mir das zahlt und muss dann die Musik

00:14:40: verkaufen.

00:14:41: Ich brauche einen Produzenten, der das

00:14:43: Ganze aufnimmt.

00:14:44: Ich brauche jemanden, der das Ganze

00:14:45: abmischt.

00:14:45: Das sind so viele Leute.

00:14:46: Und jetzt gehen wir dann auf Tournee und

00:14:48: da sind neunmal mehr Leute.

00:14:50: Wenn wir in einem Club sind, sind wir dort

00:14:53: bis zu 17 Leute.

00:14:55: Auf der Bühne acht und noch ein paar

00:14:59: Techniker hinten und vorne.

00:15:02: Das braucht einfach wirklich mega viel.

00:15:03: Und das kann dir manchmal auch den

00:15:06: Knick brechen, wenn du so gross bist und

00:15:08: dann musst du plötzlich sehr gross in die

00:15:09: Bühne spielen und es kommen vielleicht

00:15:10: nicht so viele Leute, dass du es überhaupt

00:15:12: zahlen kannst.

00:15:13: Weisst du, wie wir es vorher hatten?

00:15:15: Du bist gesetzt.

00:15:16: Im Namen vielleicht schon, aber ob das

00:15:18: Produkt, ob das weitergeht, das ist

00:15:20: immer...

00:15:20: Ob die Leute Lust haben, das zu hören

00:15:22: oder nicht.

00:15:23: Und da bin ich ganz ehrlich, wenn sie nicht

00:15:25: mehr Lust haben, dann muss man sich

00:15:27: etwas überlegen.

00:15:27: Also, ich hoffe es nicht.

00:15:30: Ist es auch ein bisschen Druck, den du

00:15:33: ständig hast?

00:15:33: Der Druck vom Business, der einfach da

00:15:35: ist, obwohl er Musiker ist und eigentlich

00:15:37: das Schönste ist auf der Welt, man kann

00:15:39: ein bisschen musizieren.

00:15:39: Das Business, das immer ein bisschen im

00:15:42: Hinterkopf ist.

00:15:43: Was mir mehr Druck macht, ist das ewige

00:15:46: Werben.

00:15:47: Also ich bin ja nicht mehr nur Musiker, ich

00:15:48: bin die ganze Zeit auf Social Media und

00:15:50: mache Werbung für mich.

00:15:51: Kannst du dir vorstellen, wie ich mir das

00:15:54: anschneckele, für mich selber Werbung zu

00:15:56: machen?

00:15:56: Gut, das kenne ich ja.

00:15:57: Das ist so mühsam.

00:15:59: Hallo zusammen, wir haben jetzt ein

00:16:01: Konzert, kommt doch her, ist mega toll.

00:16:03: Klar finde ich es mega super, aber es ist

00:16:06: wie so, oder?

00:16:07: Das neue Album, es hat noch ein Spiel drin,

00:16:09: zwei Spiele, ich hoffe es unbedingt.

00:16:11: Also logisch bin ich auch Fan von dem,

00:16:14: aber immer selber Werbung zu machen

00:16:15: von sich, das...

00:16:16: Ich möchte auch nicht meine Fratzenlaune

00:16:17: sehen, aber das ist ja auch ein Wort.

00:16:19: Das gehört dazu.

00:16:21: Man muss auch lauter werden im

00:16:23: Business.

00:16:24: Und Social Media ist ein Thema, das du

00:16:25: angesprochen hast.

00:16:26: Man merkt es langsam so, du bist ein

00:16:28: richtiger Fan von diesen Kanälen.

00:16:30: Ja, total Fan.

00:16:31: Nein, eben nicht.

00:16:33: Ich bin immer noch ganz fest auf der

00:16:35: Suche, etwas anderes zu machen.

00:16:36: Social Media hat für mich keine Zukunft.

00:16:38: Wirklich keine Zukunft.

00:16:39: Warum nicht?

00:16:40: Es wird momentan geflutet von weltweit,

00:16:43: also du musst dir vorstellen, weltweit

00:16:45: können die Leute Videos draufschauen

00:16:46: und du kommst irgendwo in einen

00:16:48: Logarithmen rein und du kommst dann in

00:16:50: einen Kanal rein und die Videos sind alle

00:16:52: mega gut, mega gute Videos, aber du

00:16:55: schaust einfach die ganzen Videos von

00:16:56: Amerikanern und Chinesen und von was

00:16:58: auch immer von den ganzen Leuten, aber

00:16:59: deine lokalen Artisten zum Beispiel

00:17:02: kommen gar nicht mehr in deine Feeds

00:17:04: rein.

00:17:04: Du siehst das gar nicht mehr.

00:17:06: Und dass du gesehen wirst als lokaler

00:17:08: Artist, ist das so schwierig geworden, Also

00:17:12: ich glaube, das wird nicht die Zukunft

00:17:13: haben.

00:17:14: Und jetzt kommen noch viel mehr.

00:17:15: Jetzt gibt es sogar ein AI-Programm, das

00:17:17: mit deinem Avatar Töne, so Posts, Videos

00:17:22: und so generiert.

00:17:24: Also du kannst dir vorstellen, du kannst

00:17:25: am Tag vier raushauen.

00:17:26: Irgendwann wird es geflutet von einfach so

00:17:28: AI.

00:17:29: Und dann geht es an das Zimmer.

00:17:30: Nein, ich glaube, die Leute gehen einfach

00:17:32: nicht mehr drauf.

00:17:33: Und dann verlieren wir einen wichtigen

00:17:34: Kanal, wo wir vorher die Musik zeigen

00:17:37: können, sich das nachher vorstellen,

00:17:38: sagen, hey, wir haben jetzt ein Konzert und

00:17:40: so.

00:17:40: Und man kommt nicht mehr an die Leute

00:17:42: hin, die sich vielleicht interessieren für

00:17:44: deine Musik.

00:17:44: Also es ist schwieriger, deine Community,

00:17:47: deine Leute, deine Fans, all diese Leute

00:17:49: wirklich wieder zu erreichen.

00:17:51: Zu erreichen, ja.

00:17:52: Das ist ganz schwierig geworden.

00:17:52: Und ich glaube auch, dass die Leute immer

00:17:55: passiver werden.

00:17:56: Gerade mit diesen Social Media, was für

00:17:58: mich ein Schreck ist.

00:17:59: Also Leute, die vier Stunden an diesem

00:18:01: Handy scrollen und dann Videos

00:18:03: anschauen.

00:18:03: Die sind nicht mehr fähig mehr, um drei

00:18:05: Minuten einen Song zu hören.

00:18:06: So werden wir Zombies.

00:18:07: Ja, nicht einmal das.

00:18:08: Ich glaube, einfach für dich...

00:18:09: Nicht mal wegen der Musik.

00:18:12: Ich glaube, als passiver Mensch wird man

00:18:14: nicht glücklich.

00:18:15: Was haben wir hier?

00:18:16: Was gibt es für eine Möglichkeit?

00:18:17: Das habe ich noch nicht herausgefunden.

00:18:18: Aber ich sage es, wenn ich es weiss.

00:18:20: Nein, das diskutieren wir jetzt mal.

00:18:21: Ich glaube schon auch, dass es eine

00:18:24: Entwicklung ist, wo die Leute, ich spüre

00:18:26: das auch bei mir, dass die Leute

00:18:27: irgendwann mal langsam auch selber

00:18:28: drauf kommen.

00:18:29: Ja, aber ich glaube, das ist schon etwas.

00:18:31: Du hast heute die Leute eingeladen für

00:18:33: Podcasts, für Interviews in der Nonna, one

00:18:35: by one.

00:18:35: Also es ist schon viel Erfolg geworden.

00:18:37: Jetzt sind wir hier miteinander, wir haben

00:18:38: heute einen Abend, vielleicht erinnern sie

00:18:39: sich sogar noch ein Jahr später und sagen,

00:18:41: ah weisst du noch, das war so eine

00:18:43: komische Musik, ich weiss nicht mehr.

00:18:45: Aber die haben doch so feine, feine Sachen

00:18:47: gegessen.

00:18:48: Nein, wir machen etwas miteinander, wir

00:18:50: sind zusammen hier.

00:18:51: Und das ist schon mal, ich glaube, das ist

00:18:54: schon der Ansatz, dass man miteinander

00:18:56: Sachen macht und Sachen erlebt,

00:18:57: umeinander schmeckt und fühlt und sieht.

00:19:00: Ja, wenn wir wissen, dass künstliche

00:19:04: Intelligenz und...

00:19:07: Alles ist lässig und gut, aber glücklich

00:19:09: machen uns Menschen.

00:19:10: Ja, glaube ich auch.

00:19:12: Ich komme nicht vor, dass...

00:19:14: Aber ja, schon meinst du.

00:19:15: Das ist doch normal, oder?

00:19:16: Das sind genau die Sachen, die einem

00:19:18: wirklich...

00:19:19: Und gleichwohl ist es schwierig, oder?

00:19:21: Also hast du eine Strategie ausgearbeitet

00:19:23: in deiner Musik, wie du möchtest, in

00:19:25: Zukunft?

00:19:25: Ich bin wirklich noch ein bisschen

00:19:27: befordert.

00:19:27: Mit dieser ganzen Album-Promo.

00:19:31: Wir machen es wie früher, oder?

00:19:32: Aber ich habe das Gefühl, wir kommen

00:19:34: nicht so durch bei den Leuten.

00:19:35: Es kommt noch nicht so an, dass wir ein

00:19:36: neues Album haben.

00:19:37: Und ich habe wirklich auch noch keine

00:19:39: Lösung.

00:19:39: Ich gehe einfach viel mehr Werbung

00:19:40: machen.

00:19:40: Aber ich habe das Gefühl, es kommt noch

00:19:43: irgendetwas anderes.

00:19:44: Vielleicht läuft es so, dass wir einfach viel

00:19:46: mehr kleine Konzerte machen.

00:19:47: Für die Promo war ich ja auch unterwegs

00:19:51: in Stadt, Land, Fluss.

00:19:52: Unterwegs war ich und besuchte Leute.

00:19:55: Wir konnten Besuch gewinnen.

00:19:57: Und das ist mega schön, wenn man solche

00:20:00: Sachen machen darf.

00:20:00: Zu Leuten nach Hause gehen oder in eine

00:20:02: Bäckerei gehen oder in einen

00:20:03: Mucketurnen gehen.

00:20:03: Und dann Leute treffen.

00:20:06: Es ist wieder zeitintensiver wahrscheinlich,

00:20:08: oder?

00:20:09: Aber es ist halt irgendwie echter und man

00:20:12: spürt dann auch mehr.

00:20:13: Du warst recht lange am Reisen, du hast es

00:20:16: angedeutet.

00:20:17: Du warst halb unterwegs, Weltreise oder

00:20:19: Asiereise.

00:20:19: Du hast ja noch sehr gut beobachtet, viele

00:20:22: beobachtet, dich selbst auch beobachtet.

00:20:24: Was hast du über dich gelernt?

00:20:27: Dass das Entstehungsleben auch okay ist.

00:20:32: Dass man nicht immer säkeln muss.

00:20:35: Das ist schon gut.

00:20:36: Ich habe ein Lied geschrieben, das heisst

00:20:40: «Meinen Ort».

00:20:42: Wenn wir mit der Familie unterwegs sind,

00:20:44: ist es gleich, wo man ist.

00:20:48: Der Ort, wo man ist, ob es ein Hotelzimmer

00:20:51: ist oder eine kleine Wohnung irgendwo,

00:20:53: der wird irgendwann schon zu deinem

00:20:54: Zuhause, weil deine Liebsten dort sind.

00:20:56: Das war eine sehr schöne Erkenntnis, dass

00:20:59: dein Ort nicht mit einer Postleitzahl

00:21:02: verbunden ist.

00:21:05: Ich habe angefangen zu tauchen.

00:21:08: Das war ein mega Erlebnis.

00:21:10: Ich habe schon immer super gerne Tiere.

00:21:12: Ich habe wirklich gut getaucht.

00:21:15: Es hat mich voll in den Ärmel gezogen.

00:21:18: Es ist so etwas Schönes, die

00:21:20: Unterwasserwelt einfach zu beobachten.

00:21:23: Du darfst dich nicht anlängeln.

00:21:25: Einfach beobachten, erlangen, erlangen,

00:21:27: erlangen.

00:21:28: Es ist mega, mega.

00:21:29: Du warst ein halbes Jahr weg.

00:21:32: Nichts mit Musik, nichts.

00:21:34: Einfach völlig abgeschaltet.

00:21:35: Ging es gut?

00:21:36: Ja, kann man schon nach.

00:21:38: Ich kaufte eine Menge Gitarren.

00:21:39: Es war schwierig.

00:21:42: Ich habe gesagt, ich habe sehr wenig

00:21:43: Gepäck mitgenommen.

00:21:44: Ja, ja.

00:21:45: Aber eine Gitarre hat immer noch Platz.

00:21:46: Die kann man hinten dran anbinden.

00:21:48: Das ist kein Problem.

00:21:49: Und hast du Songs geschrieben

00:21:50: unterwegs?

00:21:51: Ja, meine Ideen gesammelt.

00:21:53: Aber ich habe das gebraucht.

00:21:55: Ich mache das so gerne.

00:21:56: Und wenn du drei Monate Musik machst

00:21:59: und nicht Songs schreiben kannst, Einfach

00:22:02: mal bitte einen Tag lang aufs Ohr

00:22:05: schreiben.

00:22:05: Das ist schon schön gewesen.

00:22:06: Das ist auch gegangen, oder?

00:22:07: Ja, das ist auch gegangen.

00:22:08: Das hat der Familie auch zugestanden.

00:22:09: Jockey dir nicht gefehlt?

00:22:10: Jockey?

00:22:11: Ja.

00:22:13: Ja, äh, nein.

00:22:14: Hast du mitgenommen?

00:22:16: Nein, nein, nein.

00:22:17: Was wir mitgenommen haben, ist Plevito.

00:22:19: Ja.

00:22:20: Für die Kinder, ich sage das.

00:22:23: Das ist die beste Waffe.

00:22:25: Und ich habe sogar noch eine

00:22:27: Er war ein guter Freund von uns.

00:22:28: Er war in Japan.

00:22:29: Er brachte uns einen Rucksack voll weiter.

00:22:32: Und er sagte, danke vielmals.

00:22:34: Es war unsere Rettung.

00:22:35: Beim Reisen wartest du vielfach.

00:22:38: Oder du bist im Flughafen, wo es nur so

00:22:40: komische Sachen gibt am Essen.

00:22:43: Und du bist froh, dass du den Kindern

00:22:45: etwas gibst.

00:22:45: Sie sagen, du liegst wie zu Hause.

00:22:47: Und du bist auch einer, der sehr

00:22:50: verwurzelt ist.

00:22:51: Bekannt, in der Schweiz, Mauersee.

00:22:54: Ganz ehrlich gesagt, du wohnst in Zürich

00:22:55: jetzt, das muss man mal sagen, immer voll

00:22:57: laut und leise.

00:22:58: Nein, nicht nur in Zürich, du wohnst

00:23:00: glaube ich an der Langstrasse.

00:23:01: Nicht mehr, nicht mehr.

00:23:02: Da hast du mal an der Langstrasse

00:23:03: gewohnt.

00:23:03: Ich habe mal an der Langstrasse gewohnt,

00:23:04: genau.

00:23:04: Jetzt willst du Zürich, die bekannt ist für

00:23:08: laut sein und wirken und präsent sein,

00:23:12: vom beschaulichen Mauensee auf Zürich.

00:23:15: Also ich bin wieder zurück in Luzern jetzt.

00:23:17: Ich bin wieder zurück in Luzern, ja.

00:23:18: Ist das der Grund, warum es so laut war?

00:23:20: Ja.

00:23:20: Du hast auch weniger Leute.

00:23:22: Die Berge sind näher.

00:23:24: Und mit Kindern hatte ich das Gefühl, also

00:23:26: nichts gegen Zürich, sie haben gute

00:23:28: Angebote für Kinder und Familien, aber

00:23:30: wirklich so mitten in der Stadt kannst du

00:23:32: dann nicht wohnen, also da musst du ja

00:23:34: Millionär sein für das.

00:23:35: Und irgendwie ein bisschen Natur und

00:23:39: einfach, ich habe das Gefühl, es ist einfach

00:23:41: ein bisschen weniger los und ein bisschen

00:23:42: zum Kind aufziehen irgendwie ist noch ein

00:23:45: bisschen einfacher.

00:23:46: Ja, und ich bin halt sehr gerne dort.

00:23:49: Ich bin wirklich sehr gerne in der Natur

00:23:52: und wenn es immer geht, irgendwie

00:23:53: schnell Wir sind mit dem Velo 10 Minuten

00:23:57: am Pilatus.

00:23:58: Das ist ein richtiger Berg.

00:23:59: Oder am See, mega schnell.

00:24:02: Es ist mega schön.

00:24:04: Ein wichtiger Berg, glaube ich.

00:24:05: Du hast mal gesagt, bevor ich sterbe, mit

00:24:10: 92, möchte ich nach dem Pilatus.

00:24:13: Und dann ist gut, oder?

00:24:14: Wenn es dann noch schafft, hochzulaufen.

00:24:16: Wieso mit 92?

00:24:17: Hast du eine Zahl gesehen?

00:24:19: Meine Grossmutter ist jetzt 97.

00:24:24: Dann ist sie im Altersheim, aber sie ist

00:24:25: immer noch froh und mutig und ich finde

00:24:26: es eigentlich noch recht schön.

00:24:28: Ich weiss auch nicht, ich glaube, ich

00:24:30: möchte einfach schon etwas älter werden.

00:24:32: Ich will auch nicht gerade über den Tod

00:24:35: reden und so.

00:24:36: Also weisst du, nein, nicht darüber

00:24:38: nachdenken.

00:24:39: Nein, ich glaube, vor allem habe ich

00:24:40: wirklich ein bisschen Schiss.

00:24:41: Ich weiss nicht, was nachher kommt, das

00:24:43: habe ich eigentlich nicht gerne.

00:24:44: Wobei, es ist schon ein bisschen das Thema

00:24:45: bei dir, weil dein Götti, glaubst du, ist

00:24:47: etwas früh gestorben?

00:24:48: Ja, genau.

00:24:49: Das Leben ist ähnlich, oder?

00:24:53: Ja, vor allem, er war wirklich ein

00:24:54: Lebendmann.

00:24:55: Er hat mich mit meiner Musik, mit der

00:24:57: Hardrock-Band extrem gefördert.

00:24:58: Er hat gesagt, du musst machen, du musst

00:24:59: das machen, das machen.

00:25:00: Und er hat uns geholfen, Konzerte zu

00:25:02: organisieren und Geld zu finden, um eine

00:25:05: CD zu produzieren und so.

00:25:06: Als ich dann gestorben bin, habe ich schon

00:25:08: gesagt, ja, also mit 50 schon sehr früh

00:25:11: erstens.

00:25:11: Und zweitens hat er immer gesagt, du

00:25:13: musst das machen, was du gerne machst

00:25:14: und so.

00:25:15: Und das ist schon für mich klar gewesen,

00:25:17: stimmt.

00:25:18: Ist das ein Grund, warum du gesagt hast,

00:25:20: nochmals zurück zu gehen?

00:25:21: Sehr früh, ich mache es einfach einmal.

00:25:23: Und ich schaue dann mit 30 und so weiter.

00:25:26: Obwohl du gerne nicht schaust, weil es

00:25:28: sowieso alles gut kam.

00:25:29: Nein, ich war immer dran.

00:25:31: Ich war immer dran.

00:25:32: Ich war immer dran.

00:25:34: Ich war immer dran.

00:25:35: Ich war immer dran.

00:25:35: Ich war immer dran.

00:25:35: Ich war immer dran.

00:25:35: Ich war immer dran.

00:25:35: Ich war immer dran.

00:25:35: Ich war immer dran.

00:25:36: Ich war immer dran.

00:25:36: Ich war immer dran.

00:25:36: Ich war immer dran.

00:25:36: Ich war immer dran.

00:25:37: Ich war immer dran.

00:25:38: Ich war immer dran.

00:25:38: Ich war immer dran.

00:25:38: Ich war immer dran.

00:25:38: Ich war immer dran.

00:25:38: Ich war immer dran.

00:25:39: Ich war immer dran.

00:25:39: Ich war immer dran.

00:25:39: Ich war immer dran.

00:25:39: Ich war immer dran.

00:25:39: Ich war immer dran.

00:25:39: Ich war immer dran.

00:25:39: Ich war immer dran.

00:25:40: Ich war immer dran.

00:25:40: Ich war immer dran.

00:25:40: Ich war immer dran.

00:25:41: Ich war immer dran.

00:25:42: Ich war immer dran.

00:25:43: Ich war immer dran.

00:25:45: Ich habe ihn nie studiert und ich wusste,

00:25:47: dass ich das mal zwei Jahre probieren und

00:25:50: vielleicht zwei Jahre nichts verdienen.

00:25:52: Eher muss ich vorher Geld verdienen,

00:25:54: damit ich in diesen zwei Jahren irgendwie

00:25:55: mein Auskommen machen kann.

00:25:57: Ich bin ja schon dann ausgezogen.

00:25:58: Und das war nicht der Zeitpunkt, um das

00:26:00: zu machen.

00:26:01: Das ist gut gekommen, bis zum heutigen

00:26:02: Tag.

00:26:03: Und wie gesagt, wenn wir zurückgehen auf

00:26:05: deine Reise, du bist rürstlich, gehst sehr

00:26:07: viel weg, also bist sehr weltoffen.

00:26:09: Die Gegensätze zwischen Luzern und Japan

00:26:14: und die ganze Welt.

00:26:15: Was macht das für dich aus?

00:26:17: Warum machst du das überhaupt?

00:26:19: Puhle Neugier.

00:26:20: Die schönsten Reisen waren die für mich,

00:26:23: wo ich andere Kulturen und Menschen

00:26:26: lernen konnte.

00:26:26: Die Tierwelt auch.

00:26:28: Ich liebe Tiere und Kulturen.

00:26:31: Das ist so interessant.

00:26:32: Und ich bin mega Geschichtsfan.

00:26:33: Ich war schon dreimal in Rom.

00:26:35: Ich könnte eine Woche allein auf Rom

00:26:39: gehen und Sachen nachlesen.

00:26:40: Ich finde das so genial.

00:26:43: Ich war mal im Iran und das ist auch so

00:26:46: eine alte Kultur.

00:26:47: Im Iran warst du?

00:26:48: Ja.

00:26:48: Und wenn du dort zum Tempel gehst, dann

00:26:50: denkst du, okay, also wo die das gemacht

00:26:54: haben, sind wir noch auf den Bäumen

00:26:55: gewesen.

00:26:55: Also es ist mega, es ist so toll.

00:26:58: Du wirst vielfach überrascht von Leuten

00:27:01: und denkst, ah, so leben die.

00:27:03: Im Iran sind sie mega gastfreundlich

00:27:05: gesehen, total nette Leute.

00:27:07: Ja, ich finde irgendwie, das ist Es macht

00:27:13: einfach auf.

00:27:14: Es macht auf und tut gut.

00:27:16: Und auch, man lernt auch Sachen zu

00:27:19: schätzen und wird etwas demütiger.

00:27:21: Ich denke manchmal, viele Leute, die nur

00:27:23: in der Schweiz sind, sagen dann manchmal

00:27:25: so, das gehört mir, das steht mir zu.

00:27:27: Jetzt haben sie mich schon wieder nicht

00:27:29: eingeschränkt.

00:27:29: Gott, wie süss das ist, wirklich.

00:27:30: Das ist inkariert, oder?

00:27:32: Ja, einfach so, das ist mies, das steht mir

00:27:34: zu.

00:27:34: Ich habe das gezahlt, ich bekomme das

00:27:35: genauso über.

00:27:36: Da hat es einen Bug drin, ich bringe es dir

00:27:38: zurück, es kommt etwas anderes an.

00:27:39: Das Fleisch, das hat ein Zirkel vor der Knie,

00:27:40: es kommt etwas anderes an.

00:27:41: Und dann denkst du dir, das macht einen

00:27:43: ja nicht glücklich.

00:27:44: Also wenn man immer auf das beharrt,

00:27:46: was einem gehört, Entschuldigung, was

00:27:48: einem gehört, das muss man schon klar

00:27:51: haben, aber irgendwo einfach auch ein

00:27:52: bisschen chill leben.

00:27:55: Oder bei gewissen Dingen.

00:27:57: Also gerade beim Reisen passieren so viele

00:28:00: Sachen, die du einfach nicht beeinflussen

00:28:02: kannst.

00:28:02: Und dann musst du halt nehmen, wie es

00:28:03: ist.

00:28:03: Und wenn du in den Ländern bist, wo du

00:28:05: siehst, es sind immer noch glückliche

00:28:07: Leben, die es sind, aber hey, ich glaube, da

00:28:09: könnte ich nicht leben.

00:28:10: Ich bin so, so dankbar dafür, in der Schweiz

00:28:12: zu leben.

00:28:13: Obwohl wir viel Druck haben, obwohl es

00:28:16: uns Es gibt viel Verkehr, viele Leute und so.

00:28:21: Aber wir haben es so gut hier.

00:28:22: Also, finde ich.

00:28:24: Ich bin so happy.

00:28:25: Wir haben es sehr gut.

00:28:25: Gleichwohl, die Probleme sind da.

00:28:27: Wir leben in einer Gesellschaft, die so

00:28:31: wahnsinnig Wir sind ständig präsent.

00:28:33: Social Media, wir sind ständig

00:28:36: Performance-Kultur.

00:28:39: Immer lieber müssen?

00:28:40: Ja.

00:28:41: Was sagst du Kindern, wenn sie mal

00:28:44: grösser werden?

00:28:45: Sie müssen mitmachen, immer dabei sein,

00:28:48: lernen.

00:28:49: Wenn du gross bist, musst du arbeiten.

00:28:51: Nein, was sage ich meinen Kindern?

00:28:55: Sie sollen etwas machen, was sie gerne

00:28:58: machen.

00:28:58: Sie müssen nicht nur studieren, sie können

00:29:03: auch eine Lehre machen.

00:29:05: Sie können Floristin oder Florist werden,

00:29:07: Balletttänzer oder was auch immer.

00:29:08: Sie müssen das, was sie machen, richtig

00:29:10: machen.

00:29:10: Sonst lassen sie etwas ein.

00:29:12: Sie müssen für etwas brennen und mit

00:29:15: Freude machen.

00:29:15: Dann ist es mir egal, was sie machen.

00:29:17: Sie sind glücklich, ganz ehrlich.

00:29:18: Das will ja jeder.

00:29:20: Das will jeder, ja, schlussendlich.

00:29:21: Und trotzdem müssen wir auch ehrlich

00:29:23: sein.

00:29:23: Die wenigsten, nicht die wenigsten, aber

00:29:24: sehr viele leben in dieser Bubble, in diesem

00:29:28: Rhythmus, wo sie einfach etwas machen

00:29:30: den ganzen Tag.

00:29:30: Da fallen wir zumindest auf.

00:29:33: Also ich mache das ja nicht extra an die

00:29:35: Leute.

00:29:36: Ich denke immer, die tun mir ja eigentlich

00:29:37: fast leid.

00:29:38: Wenn du nicht fährst, tun die dir eigentlich

00:29:40: leid.

00:29:40: Wenn du in so einer Halmstraße bist und

00:29:42: du merkst es nicht, das ist ja auch nicht

00:29:44: gesund oder etwas Schönes.

00:29:46: Und Das Schöne wäre, wenn die Leute

00:29:51: irgendwann aufwachen und sagen würden,

00:29:52: dass sie etwas ändern müssen.

00:29:55: Und wie sie es ändern können können.

00:29:56: Ich weiss es nicht.

00:29:59: Wenn man immer lange lebt wie die

00:30:02: Schweiz, dann ist es nicht so schwierig.

00:30:05: Man darf nichts falsch sagen.

00:30:07: Manchmal muss man eine Ausbildung

00:30:09: haben.

00:30:10: Es ist so.

00:30:11: Aber es ist die eigene Verantwortung,

00:30:13: nicht immer die ganze Zeit zu motzen.

00:30:15: Es ist vielleicht auch nicht gut.

00:30:20: Ich nehme mein Leben in die eigenen

00:30:21: Hände.

00:30:21: Ich bin selbst verantwortlich dafür.

00:30:23: Das auf jeden Fall.

00:30:24: Nicht immer andere dafür verantwortlich

00:30:26: machen.

00:30:26: Das hört man von der Generation Z, dass

00:30:30: sie nicht mehr arbeiten wollen.

00:30:32: Das glaube ich nicht.

00:30:33: Ich habe ein Gefühl, mir kommt heute sehr

00:30:35: viel über.

00:30:36: Du bekommst einen Gratis-Account von

00:30:38: Spotify und kannst gratis Musik hören.

00:30:40: Als ich klein war, mussten wir 30 Franken

00:30:42: sparen, um eine CD zu kaufen.

00:30:43: Du kannst an allen Orten deine Videoclips

00:30:45: schauen.

00:30:46: Du kannst von Filmen gratis schauen.

00:30:49: Man lernt vielleicht gar nicht mehr, für

00:30:50: etwas zu arbeiten.

00:30:51: Das ist ja nichts Schlechtes, für etwas zu

00:30:56: arbeiten.

00:30:57: Es ist ja okay, wenn man mal auf dem

00:30:58: Bulldog arbeitet und das macht und Geld

00:31:00: verdient.

00:31:01: Für seine Träume zum Beispiel.

00:31:03: Verstehe ich mich falsch?

00:31:03: Nein, ich weiss, was du meinst.

00:31:05: Wenn meine Kinder sagen würden, dass sie

00:31:06: das und das machen wollen, würde ich

00:31:07: sagen, dass sie Geld dafür verdienen

00:31:09: müssen.

00:31:09: Es geht nicht anders.

00:31:11: Das muss nicht jeder tun.

00:31:12: Und wenn man Autasen machen kann, mit

00:31:16: Freude machen, probieren mit Freude zu

00:31:18: machen oder eben das Ziel vor Augen hat.

00:31:19: Ich glaube, es macht es viel einfacher,

00:31:20: wenn man das Ziel vor Augen hat.

00:31:22: Was hast du auf dem Bau gelernt?

00:31:25: Das Wichtige?

00:31:28: Schalen, Mauern, Eisenlecken, Häuser

00:31:32: bauen.

00:31:32: Ja, aber die wichtigen Sachen.

00:31:34: Oh, hallo, hallo, Soundcheck.

00:31:37: Durchbeissen.

00:31:38: Durchbeissen ist mega, mega wichtig, weil

00:31:41: Du stehst am Morgen auf und es schifft

00:31:42: schon, es ist 5 Grad, es ist der Hass und am

00:31:45: 9.00 Uhr bin ich einfach schon

00:31:45: durchgefroren.

00:31:46: Und dann willst du eigentlich einfach

00:31:48: sagen, ich will nicht kommen, aber das

00:31:49: geht dann doch nicht.

00:31:50: Und dann bist du nicht am 9.00 Uhr

00:31:51: durchgefroren und dann machst du durch,

00:31:53: aber am Abend kommst du nach Hause

00:31:54: und gehst warm duschen und denkst, es

00:31:56: ist auch vorbei gegangen.

00:31:57: Und wenn wir dann nachher eine

00:32:00: Musikerkarriere haben, das ist nicht ein

00:32:01: Schlag.

00:32:02: Da musst du einfach sehr, sehr viel an die

00:32:04: Türe klopfen und sagen, hey, hallo, hallo,

00:32:06: hallo, hallo, hallo, hallo.

00:32:08: Und sie sagen, das interessiert mich nicht.

00:32:09: Aber sicher.

00:32:10: Also man ist sehr viel unterwegs, um den

00:32:13: Leuten zu überzeugen.

00:32:15: Oder zu sagen, hey, guck, etwas Neues

00:32:16: hier.

00:32:16: Man macht viel Musik, die niemand

00:32:18: interessiert.

00:32:18: Und es ist so, die Abwehrhaltung, das muss

00:32:21: man aushalten können.

00:32:22: Und ich glaube, der Bau hat mir das mega

00:32:24: gezeigt, dass ich das kann.

00:32:26: Und durchgestanden habe.

00:32:27: Und das, ja, wahrscheinlich auch jetzt

00:32:31: dastehen.

00:32:31: So lange weitergemacht habe, auch ohne

00:32:34: Erfolg.

00:32:34: Ich habe ja ganz lange schon Musik

00:32:36: gemacht und noch keinen Erfolg gehabt.

00:32:37: Das stimmt doch gerne.

00:32:38: Doch, doch, doch.

00:32:39: Ich habe mit den ersten Liedern

00:32:40: geschrieben, so richtig mit Bäm, so mit 20,

00:32:43: 21.

00:32:44: Ja, und da bist du doch schnell einmal voll

00:32:47: eingestiegen, oder?

00:32:47: Der Plattenvertrag ist wenig gekommen.

00:32:49: Nein, das ist mit 28 gekommen.

00:32:51: Okay.

00:32:51: Knapp gewesen.

00:32:53: Mit 30, oder?

00:32:55: Mit 30, ja.

00:32:57: Ja, nein, das ist erst der Grund, bis du da

00:32:58: hin kommst.

00:32:59: Es ist schon vielfach, was mache ich jetzt?

00:33:02: Keine Ahnung, ich habe mal eine EP

00:33:03: aufgenommen für 20'000 Stutz.

00:33:06: Und dann war ich fertig.

00:33:07: Sechs Songs habe ich verteilt.

00:33:09: Und dann hat jemand gesagt, das ist nicht

00:33:11: so gut.

00:33:12: Das ist noch schwierig, oder?

00:33:14: Ja, aber was machst du denn?

00:33:15: Wenn du so einen Song schreibst, hast du

00:33:18: immer das Gefühl, ich finde ihn ja gut,

00:33:21: sonst mache ich ihn ja nicht.

00:33:21: Und dann, wann zeigst du diesen Song zum

00:33:25: ersten Mal?

00:33:26: Ähm,

00:33:33: dann sage ich dir eigentlich die Songs zum

00:33:35: ersten Mal.

00:33:36: Und wenn man ganz fertig ist, dann schon

00:33:37: mit meiner Frau, aber nicht im

00:33:38: Entstehungsprozess.

00:33:39: Da muss ein bisschen geschweibelt

00:33:41: werden.

00:33:42: Aber auch dann, dann musst du ja

00:33:44: kritikfähig sein.

00:33:44: Ja, aber mit den Jahren ist man schon

00:33:46: kritikfähig und ich will ja auch Kritik.

00:33:48: Also ich finde eigentlich das Schönste,

00:33:49: wenn ein Song fertig ist und ich kann es

00:33:51: jemandem vorspielen und der dann sagt,

00:33:54: ich komme jetzt gar nicht raus, was singst

00:33:56: du?

00:33:56: Dann weiss ich, ich habe etwas falsch

00:33:57: gemacht.

00:33:57: Für mich, du musst einen Song hören und

00:34:00: du weisst, um was es geht.

00:34:02: Und dann ist es richtig.

00:34:02: Und für dich kein Problem?

00:34:03: Nein, du musst es einfach anders

00:34:05: umschreiben.

00:34:06: Das mache ich manchmal schon auch.

00:34:08: Ich möchte ja auch gute Musik machen.

00:34:10: Du willst ja Musik machen, wo

00:34:11: logischerweise auch die Leute hören.

00:34:12: Ja, aber es muss beides sein.

00:34:14: Es muss mehr Spass machen, die Leute

00:34:15: müssen es verstehen.

00:34:16: Und wenn die Melodie mega Spass macht,

00:34:18: aber der Text ist noch nicht ganz

00:34:19: verstanden, dann kann ich danach

00:34:20: arbeiten.

00:34:20: Es gibt viele Musiker, die auch Profis

00:34:22: geworden sind, die am Anfang gesagt

00:34:24: haben, das war viel einfacher, ich bin so

00:34:25: gejammt und genau deine Musik gemacht.

00:34:27: Sobald es kommerziell wird, ist es einfach

00:34:29: schwieriger, weil du

00:34:31: Weisst du ungefähr, wie der Markt

00:34:32: funktioniert?

00:34:33: Ich habe schon immer gerne

00:34:34: Kommerzmusik.

00:34:35: Ich bin mit Schlager- und Volksmusik

00:34:37: aufgewachsen.

00:34:38: Mein Vater hat gejodelt und wir haben im

00:34:40: Auto einen Schlager gehört.

00:34:44: Meine Mutter konnte sich leider nicht

00:34:45: durchsetzen.

00:34:46: Sie hatte gerne ABBA und Beatles.

00:34:47: Aber ich hatte nie etwas gegen

00:34:50: kommerzielle Musik.

00:34:51: Gar nicht.

00:34:52: Aber deine Songs, die du schreibst, die

00:34:56: Themen, die du abbildest, Hat sich die Zeit

00:34:58: nicht verändert?

00:34:59: War für dich die gleiche Musik wie damals,

00:35:02: als du noch jung warst?

00:35:03: Nein, das Leben ändert sich auch.

00:35:05: Das ist schon natürlich, aber die Art und

00:35:07: Weise, wie du Musik machst.

00:35:08: Du schaust auf Sachen, die du vorher nicht

00:35:09: geschaut hast.

00:35:10: Ich glaube es nicht.

00:35:11: Vielleicht mal einen Akkord mehr.

00:35:14: Ich denke, ich muss noch ein bisschen

00:35:15: Musik machen.

00:35:16: Früher ging ich etwas naiv an das Ganze.

00:35:19: Mit einfachen Ideen.

00:35:21: Es sind sehr einfache, aber schöne Songs

00:35:25: entstanden.

00:35:26: Das kann man heute nicht mit dem ganzen

00:35:28: Wissen, was man hat.

00:35:29: Das kann gut sein.

00:35:30: Was ist mit Verletzlichkeit?

00:35:32: Bist du ein Mensch, der sehr schnell mal

00:35:35: verletzt ist?

00:35:35: Nein, gar nicht.

00:35:36: Ich mag es immer viel verlieren.

00:35:39: Ich bin als Kind mega lange ausgelacht

00:35:41: worden.

00:35:41: Ich war ein recht dickes Kind.

00:35:42: Und das hat mich, glaube ich, recht

00:35:45: abgehärtet.

00:35:46: Ja.

00:35:46: Ich habe immer gedacht, ich zeige es ihnen

00:35:49: schon.

00:35:49: Ehrlich?

00:35:51: Ja, und nachher ist es ja aufgegangen.

00:35:53: Ja.

00:35:54: Ich habe wirklich, glaube ich, ein gutes

00:35:57: Mami gehabt.

00:35:58: Die haben mir gesagt, so wie du bist,

00:35:59: super.

00:36:00: So wie du bist, ist gut.

00:36:02: Und nicht gewertet.

00:36:06: Ohne andere Menschen gross gewertet.

00:36:08: Das ist ein grosser Vorteil.

00:36:10: Oder etwas Schönes, was meine Mutter

00:36:11: immer gemacht hat.

00:36:12: Menschen genommen, wie sie sind.

00:36:15: Mega schön.

00:36:15: Und das durfte ich mitnehmen.

00:36:17: Ich bin wirklich nicht so verletzlich.

00:36:24: Aber der Musikchef, der Musiker, wenn ein

00:36:26: Song nicht so gut ist, du hast das Gefühl, es

00:36:28: sei ein super Song und dann sagt der

00:36:29: Gitarrist, hey, es kippt das Ding wieder.

00:36:32: Dann hat er einfach keine Ahnung.

00:36:33: Was sind denn deine Baustellen?

00:36:37: So Sachen, wo du ständig dran am

00:36:41: Arbeiten bist, auch Sachen, die man

00:36:45: vielleicht nicht wissen kann.

00:36:47: Weiss nicht.

00:36:48: Also Kommunikation bin ich immer dran.

00:36:50: Das ist schwierig, finde ich, dass man

00:36:52: immer alle im Boot hat.

00:36:53: Er hat seine Ideen, was er gerade machen

00:36:55: möchte.

00:36:55: Ich arbeite immer für den Gesang.

00:36:57: Ich bin nicht so ein guter Gitarrist, also

00:37:00: Gitarrenspieler muss er immer üben.

00:37:01: Aber so Baustellen...

00:37:04: Das ist jetzt nicht...

00:37:06: Muss er an der Musik?

00:37:10: Ich weiss nicht, muss man Wohlstand

00:37:13: haben?

00:37:14: Nein, muss man auch nicht haben.

00:37:16: Ich glaube, Erziehung, aber das ist nicht

00:37:18: Wohlstand.

00:37:18: Das ist einfach immer schwierig.

00:37:19: Das ist etwas, woran man immer arbeiten

00:37:22: muss.

00:37:22: Ja, und natürlich auch.

00:37:25: Ungeduld oder Wortwahl.

00:37:29: Vielleicht könnte ich mir Wortwahl...

00:37:31: Jetzt muss ich mir etwas suchen.

00:37:32: Sagt doch ihr etwas.

00:37:33: Nein, nein, nein.

00:37:33: Ich würde gerne nichts suchen.

00:37:34: Aber es könnte er schaffen.

00:37:35: Nein, nein, das ist gar nicht das Thema.

00:37:37: Die Verletzlichkeit ist etwas, was ich

00:37:40: finde...

00:37:41: Ja, wo viele Schwale in der Szene ein

00:37:43: bisschen müde sind.

00:37:44: Also ich persönlich bin auch einer, der

00:37:45: sehr, sehr schnell mal verletzlich ist.

00:37:47: Ja, halt, man nimmt es nicht persönlich

00:37:49: halt, oder?

00:37:50: Nein, wirklich im Fall nicht.

00:37:54: Nein.

00:37:55: Ich finde, es ist eine Kunst und dir gefällt

00:37:59: es oder dir gefällt es nicht.

00:38:01: Und wenn es dir nicht gefällt, hat es nichts

00:38:03: mit deiner Person oder mit dir zu tun,

00:38:04: sondern dir gefällt es einfach nicht.

00:38:06: Und du musst dich auch nicht überzeugen

00:38:07: von dem.

00:38:08: Wenn es dir nicht gefällt, lass es so sein.

00:38:10: Es gibt so viele Künstler hier und da, die dir

00:38:13: vielleicht gefallen könnten.

00:38:14: Ich glaube, ich habe Probleme, wenn

00:38:16: jemand sagt, du kannst nicht singen, du

00:38:19: machst Kackmusik, das klingt nach nichts.

00:38:21: Das ist respektlos, oder?

00:38:22: Das ist respektlos, oder?

00:38:23: Halbwegs ist es nicht gut, zum Beispiel zu

00:38:26: sagen, das stimmt nicht.

00:38:27: Das sind deine ganz grossen Grundwerte,

00:38:30: die du im Leben hast.

00:38:30: Respekt, aufeinander zugehen, ehrlich

00:38:34: sein.

00:38:35: Nicht immer einfach ehrlich sein.

00:38:40: Doch, ehrlich gesagt, sie ist immer einfach.

00:38:41: Aber man muss manchmal das aushalten,

00:38:43: was halt danach kommt.

00:38:44: Eben weil viele Leute sehr verlässlich sein

00:38:47: können oder alles sehr persönlich nennen.

00:38:48: Und vielleicht jetzt ich nicht der bin, der

00:38:51: jetzt eine ehrliche Rückmeldung haben

00:38:54: kann, sie gut verpacken.

00:38:55: Du bist sehr direkt.

00:38:57: Sehr direkt.

00:38:58: Also auch mit meinen Bands.

00:39:00: Also dort bin ich wirklich manchmal ein

00:39:02: bisschen ein A.

00:39:02: Und da ist es so ein bisschen so, jetzt

00:39:03: kannst du wieder nicht, sorry.

00:39:04: Übe das Zeug daheim, Mann.

00:39:06: Ich habe einfach keine Geduld für solche

00:39:07: Sachen.

00:39:08: Ehrlich?

00:39:08: Ja, total.

00:39:09: Da bist du Businessman.

00:39:09: Da bist du klar.

00:39:10: Nicht Businessman.

00:39:11: Ich finde einfach so...

00:39:13: Direkt so...

00:39:14: Wenn man etwas vorbereiten muss, dann

00:39:16: kommt man einfach vorbereiten.

00:39:17: Wir sind alles Profis.

00:39:18: Aber manchmal bin ich doch etwas zu

00:39:21: forsch.

00:39:21: Vielleicht ist das meine Brusthöhe.

00:39:24: Ja, gewusst, wir finden es noch draussen.

00:39:26: Ja, gewusst, du...

00:39:28: Wir finden es noch draussen.

00:39:30: Aber Song schreiben, das ist dein Ding,

00:39:32: oder?

00:39:32: Wem passiert das eigentlich, Song

00:39:34: schreiben?

00:39:34: Ja, das...

00:39:36: Gute Frage, wann passiert das?

00:39:37: Am liebsten passiert das, wenn ich mich an

00:39:39: drei Tagen Zeit nehme.

00:39:40: Ich gehe irgendwo in die Berge, in ein

00:39:43: Kämmerchen und schliesse von dort ein.

00:39:44: Aber in letzter Zeit ist das eigentlich nach

00:39:48: dem Führerort passiert, meistens in der

00:39:49: Nacht passiert oder an einem Sonntag,

00:39:52: wenn alle Kinder geschlafen haben.

00:39:53: Ich habe eine Idee, dann nehme ich es auf

00:39:57: und dann arbeite ich daran.

00:39:58: Meistens, wenn ich einen Tag arbeiten

00:40:00: kann, dann arbeite ich daran.

00:40:01: Aber die ersten Ideen, die so crispy sind

00:40:04: und so fresh sind, Man muss sie direkt

00:40:06: aufnehmen und am besten schnell mit der

00:40:07: Gitarre und so.

00:40:08: Das kommt wieder.

00:40:09: Ah, scheisse.

00:40:10: Dann nimmst du mal auf den Sound

00:40:15: einfach und der Text kommt nachher.

00:40:17: Ja, der Text ist nicht so.

00:40:18: Auch am Anfang.

00:40:20: Und so weiter.

00:40:27: Jetzt willst du gar nicht hören, dass ich es

00:40:29: aufnehmen kann?

00:40:30: Doch, sicher.

00:40:32: Ist das nicht lustig, oder nicht?

00:40:33: Ja, es ist lustig.

00:40:34: Das gehört zum Prozess dazu, oder?

00:40:36: Voll, absolut.

00:40:37: Das ist mein grosser Plus, dass mich auch

00:40:41: Fehler machen, das interessiert mich

00:40:43: nicht, Fehler machen.

00:40:44: Also weisst du, wenn ich mal etwas falsch

00:40:46: singe, einfach weitermachen, das ist nicht

00:40:50: so etwas Schlimmes.

00:40:52: Und man hört auch viel von kreativ

00:40:55: Schaffenden, dass sie sich selber im Weg

00:40:57: stehen und es immer perfekt machen

00:40:59: wollen.

00:40:59: Und ich glaube, das ist für den kreativen

00:41:01: Einfluss mega schlecht.

00:41:01: Ich habe das Gefühl, man muss einfach

00:41:03: immer machen.

00:41:04: Ja, das ist schon so.

00:41:05: Und neue Sachen ausprobieren.

00:41:06: Und wenn es nicht geht, dann geht es halt

00:41:08: nicht.

00:41:08: Und wenn du deine Musik im Radio hörst,

00:41:11: wenn du unterwegs bist?

00:41:12: Da habe ich Freude.

00:41:13: Schon?

00:41:13: Ja, das ist doch mega schön.

00:41:15: Ich hatte schon Kinder, die haben ihre

00:41:18: eigene Musik gehört und gesehen.

00:41:20: Die mussten weglassen.

00:41:21: Die sagten es keinem mehr.

00:41:22: Das spielt überhaupt nicht so.

00:41:23: Nein.

00:41:24: Nein.

00:41:25: Da habe ich Freude.

00:41:26: Es ist eben nicht nur der, der hier oben ist.

00:41:29: Es ist ein ganzes Team, das da dran ist.

00:41:32: Du schaffst sehr lange miteinander, dass

00:41:35: du im Radio gespielt wirst.

00:41:36: Es ist nicht einfach so, ich könnte schon

00:41:38: von mir Musik ablassen.

00:41:39: Nein, es ist so, bitte, bitte, lönt doch etwas

00:41:42: ab von uns.

00:41:42: Es ist nicht so einfach, ins Radio zu

00:41:44: kommen.

00:41:44: Und wenn das läuft, dann heisst es, dass es

00:41:47: irgendwo Leute gibt, die vielleicht

00:41:48: gefunden haben, ja, das ist doch ein cooler

00:41:49: Song, komm, wir lönt das ab.

00:41:50: Und da habe ich Freude, weil da geht es

00:41:52: raus und ich werde das wirklich für Leute,

00:41:55: die Musik hören, weil ich Freude daran

00:41:56: habe.

00:41:57: Und wenn ich da trete, habe ich

00:41:58: tatsächlich einen schönen Erfolg.

00:41:59: Das sind die schönen Momente als

00:42:01: Musiker.

00:42:01: Klar, die Bühne ist klar, du spielst vor dem

00:42:03: Publikum und so.

00:42:04: Da geht sehr viel ab und so.

00:42:05: Eben so unter den Tagen, man sitzt im

00:42:07: Auto und plötzlich spielt ein Song von dir.

00:42:09: Oder wenn Leute kommen und sagen, hey,

00:42:11: danke für deine Musik.

00:42:13: Ich wollte letztes Mal einen Kaffee trinken

00:42:14: bezahlen und sie sagten, ich lade dich ein,

00:42:17: ich kann dir schon lange nicht mehr

00:42:18: danken für deine Musik.

00:42:19: Und ich habe sie gar nicht gekannt und es

00:42:21: hat mich so berührt.

00:42:22: Es war etwas Schönes.

00:42:22: Ich wollte gleich 10 Franken bezahlen, aber

00:42:25: sie sagten, nein, du solltest mich einladen.

00:42:27: Das ist mega schön, wenn du Komplimente

00:42:29: für deine Musik bekommst, auch für das

00:42:30: Arbeiten, das man macht, das man ja

00:42:33: wegen einem Grund macht.

00:42:34: Und wenn dann Leute sagen, hey, das hat

00:42:36: mich berührt oder deine Musik ist Teil

00:42:39: meines Lebens, das ist das Schönste, was

00:42:41: passieren kann.

00:42:42: Das ist der Erfolg.

00:42:45: Oder was bedeutet für dich Erfolg?

00:42:47: Ich meine, klar, du musst leben können

00:42:48: vom Ganzen.

00:42:48: Es ist Geld, das in deinem Business steckt.

00:42:51: Was bedeutet für dich Erfolg?

00:42:54: Hey, dass ich Ich kann machen, was ich

00:42:58: Lust habe.

00:42:59: Es hängt natürlich alles ein bisschen

00:43:01: zusammen.

00:43:02: Aber wie gesagt, es wird ein Release, es

00:43:06: geht raus.

00:43:06: Es ist immer ein Kribbeln da

00:43:08: wahrscheinlich.

00:43:09: Man steht am Morgen auf, schaut, wo

00:43:14: stehen wir, wie viele Streams haben wir

00:43:16: schon gehabt.

00:43:16: Ist das immer das Gleiche am Anfang?

00:43:18: Ja, die Hitparade ist ja, ich weiss nicht, ob

00:43:21: man es noch ernst nehmen kann.

00:43:22: Die Verkäufe sind ja wirklich runter.

00:43:27: Und Streaming, wenn du kein Streaming...

00:43:29: Also wenn jetzt morgen ein internationaler

00:43:32: Act kommt, dann weisst du, du hast keine

00:43:34: Chance, dass du irgendwie aufs Eis

00:43:35: kommst.

00:43:36: Keine Chance.

00:43:37: Timing ist wichtig.

00:43:38: Ja, Timing und einfach Glück.

00:43:40: Und du hast gesagt, 5 Nummer 1, und das

00:43:42: kommst du auch aufs Nummer 1.

00:43:43: Ich finde das ein bisschen schön zu

00:43:44: zelebrieren.

00:43:45: Ja, ja, ja.

00:43:45: Du musst es zum ersten Mal erreichen,

00:43:46: oder?

00:43:47: So einfach ist es ja auch nicht.

00:43:47: Absolut, absolut.

00:43:48: Aber ich glaube, das ist ein bisschen vorbei

00:43:51: als Schweizer Act, wenn du mit einem

00:43:53: internationalen...

00:43:54: Hecht ist auch auf dem Zweig gelandet.

00:43:55: Ich meine, Hecht ist ja momentan über

00:43:57: Bad.

00:43:57: Ja.

00:43:58: Und sind rausgekommen mit den

00:44:01: internationalen...

00:44:02: Ah, mit der Taylor Swift, glaube ich.

00:44:03: Und dann hast du einfach keine Chance.

00:44:05: Du hast den falschen Zeitpunkt gewählt.

00:44:06: Genau.

00:44:07: Und darum, für mich ist wirklich das

00:44:09: Wichtigste, dass unsere Konzerte, dass die

00:44:11: Leute zu unseren Konzerten kommen und

00:44:13: wir dort einen schönen Abend haben und

00:44:14: die Musik feiern können.

00:44:15: Das ist wirklich das absolut Wichtigste.

00:44:16: Und die, die uns unterstützen, CD kaufen

00:44:19: natürlich, absolut.

00:44:20: Weil das ist immer noch das, was uns am

00:44:22: meisten nützt als Künstler.

00:44:24: Das muss man nicht von der Hand weisen,

00:44:26: sagt man.

00:44:27: Genau, das kann man nicht von der Hand

00:44:29: weisen.

00:44:29: Du lebst von der Musik, Musik ist dein

00:44:32: Leben und Live-Konzerte ist der Ort, wo du

00:44:36: das Ganze ausleben und zelebrieren darfst.

00:44:39: Singen ist gesund.

00:44:41: Absolut.

00:44:42: Und du hast ja mal gesagt, Singen ist die

00:44:44: beste Prophylakte für irgendwelche

00:44:48: Burnouts und andere Probleme.

00:44:49: Warum machen wir es nicht mehr?

00:44:50: Fragt mich, wieso singen wir nicht mehr?

00:44:55: Ich glaube, das ist auch der Grund, warum

00:44:59: ich so positiv und glücklich bin.

00:45:01: Es ist ja erwiesen, es schüttet Dopamin

00:45:03: und Serotonin aus.

00:45:05: Es macht etwas miteinander.

00:45:06: Ich sage immer, singen ist wie wie

00:45:10: rummachen.

00:45:10: Einfach ohne «rum».

00:45:12: Okay, dann haben wir jetzt so Halbtext

00:45:17: verstanden.

00:45:19: Das kann man so und so sehen.

00:45:21: Aber es zeigt schon, wie du dich

00:45:24: einordnest.

00:45:24: Es ist sehr weit oben.

00:45:25: Absolut.

00:45:26: Und es macht glücklich.

00:45:27: Wir müssen mehr singen.

00:45:29: Wir haben viele Probleme, Leute haben

00:45:30: Probleme.

00:45:32: Und wir hatten es auch vorher wegen der

00:45:34: Passivität.

00:45:35: Die Leute hören sehr viel Musik, aber sie

00:45:38: machen sie nicht mehr.

00:45:40: Und ich glaube, es ist auch ein Weg zum

00:45:41: Glücklichsein, dass man etwas macht.

00:45:43: Und zu singen ist super, oder das

00:45:44: Instrument spielen, oder einfach dabei

00:45:46: sein.

00:45:47: Da wünsche ich mir manchmal, dass Herr

00:45:50: und Frau Schweizer etwas mehr aus sich

00:45:52: herauskommen würden.

00:45:52: Ein falscher Ton ist wirklich nicht so

00:45:56: schlimm, es ist nur singen.

00:45:57: Da haben wir beide Ähnlichkeiten, mein

00:46:00: Beruf und dein Beruf.

00:46:01: Wenn ich einen Fehler mache, ist das nicht

00:46:02: so schwierig oder nicht so wichtig.

00:46:04: Bei dir ist es auch so, wenn du einen Ton

00:46:06: versimmlst, bist du auch nicht so

00:46:07: dramatisch.

00:46:08: Absolut.

00:46:08: Ich habe manchmal Texte vergessen.

00:46:10: Aber das ist, wo ich im Moment bin.

00:46:12: Ich bin im Moment und überlege etwas.

00:46:14: Letztes Mal hatte ich ein Konzert.

00:46:15: Du vergisst Texte?

00:46:16: «Ja!» Letztes Mal habe ich ein Konzert

00:46:20: gesehen, eine Vorband von Gölä, also im

00:46:22: Sommer, und dann habe ich gesungen.

00:46:24: Und dann habe ich jemanden gesehen und

00:46:26: gesagt, «Ah, schau, Cecil!»

00:46:31: «Was seht ihr jetzt da?» «Nein, war das da

00:46:34: Zaxo?» «Ja, das war Zaxo und er war so

00:46:36: peinlich.

00:46:37: Er ist ein langjähriger Fan, der immer

00:46:39: wieder Konzerte lesen kann.

00:46:40: Und ja, ich schaue sie an und denke mir

00:46:43: «Ah, was habe ich gesungen?» Keine

00:46:45: Ahnung.

00:46:45: Ich bin im Moment in ihr Gesicht, ich bin

00:46:47: hier mit den Leuten, ich schaue die Leute

00:46:49: an und bin da.» «Das ist sehr löblich, das

00:46:50: ist sehr toll von dir.» «Im Moment ist es

00:46:53: nicht schlimm, oder?» «Nein, aber die

00:46:55: Leute merken es wahrscheinlich gerne.»

00:46:56: Ja, meistens.

00:46:57: Ich glaube schon.

00:46:59: Du findest wieder zurück, oder?

00:47:01: Ich mache nämlich so...

00:47:04: Du findest den Weg wieder zurück.

00:47:07: Ja, irgendwann schon.

00:47:08: Aber Text lernen ist nicht so weiss.

00:47:10: Wie lernst du Text eigentlich?

00:47:13: Es ist schon weiss, aber es ist halt nicht das

00:47:15: Wichtigste als Sänger.

00:47:16: Es sind ja die Noten eigentlich das

00:47:18: Wichtigste.

00:47:18: Nein, Text gehört schon dazu.

00:47:19: Das Lied muss mit Text sein.

00:47:21: Und ich übe dann einfach immer wieder

00:47:24: singen.

00:47:25: Gleichwohl, um zurückzukommen, müssen

00:47:27: wir mehr singen.

00:47:28: Ja, wenn wir jetzt singen.

00:47:30: Wir sind hier in der Ostschweiz, was

00:47:34: können wir hier singen?

00:47:35: Was können wir alle?

00:47:36: Zum Beispiel...

00:47:38: Das Volkslied?

00:47:39: Ja, zum Beispiel...

00:47:41: Also...

00:47:43: Schau von Berg und Tal...

00:47:48: Das ist zu süss.

00:47:49: Das solltet ihr aber mitmachen.

00:47:51: Jetzt müsst ihr mitmachen.

00:47:54: Oh, wie die Gletscher so rot.

00:48:19: Oh, wie die Gletscher so rot.

00:48:21: Ach, noch eins.

00:48:26: Mal rauf, mal runter, mal links, mal rechts.

00:48:47: Mal rauf, mal runter, mal links, mal rechts.

00:48:51: Man föhne, man hindre, man links, man

00:48:54: rechts.

00:48:55: Man uffe, man abbe, man links, man

00:48:58: rechts.

00:49:04: So schnell hat man glückliche Leute hier

00:49:06: im Publikum.

00:49:09: Jetzt habe ich gleich den Faden verloren.

00:49:10: Macht nichts.

00:49:11: Nein, es macht gerne nichts.

00:49:12: Aber singen macht glücklich.

00:49:13: Ich muss mehr machen.

00:49:14: Du kannst ja so Sachen singen mit Kunz.

00:49:17: Ich habe ein Projekt, das «Jetzt singen wir

00:49:20: eins» heisst und Volkslieder.

00:49:21: Das haben wir neu aufgenommen mit

00:49:23: jungen Volksmusikanten und haben das

00:49:26: wieder «Make Volkslieder great again».

00:49:32: Mega toll!

00:49:32: Es hat so viele schöne Folkstilen, gerade

00:49:34: hier in Graubünden natürlich, mit diesen

00:49:37: fünf Idiomen von retro-romanischen

00:49:39: Liedern.

00:49:40: Es ist mega toll.

00:49:41: Es hat so coole Sachen.

00:49:42: Ja, jetzt singen wir 1.ch.

00:49:44: Kleine Werbung, ja.

00:49:46: Ah, die falsche Werbung.

00:49:48: Nein, nein.

00:49:49: Es ist mir wichtig, dass die Leute wieder

00:49:51: singen.

00:49:51: Schöne Geschichte.

00:49:53: Und wir haben es gesehen, es wirkt.

00:49:56: Das kann AI nicht.

00:49:58: Nein, das ist jetzt real.

00:50:01: Genau.

00:50:02: Und wenn mal alles fertig ist, die Musik

00:50:05: weg ist und keine Bühne mehr ist und

00:50:07: keine Musik mehr ist und keine Auftritte

00:50:09: mehr sind, was soll von dir übrig bleiben?

00:50:11: Ja, die Lieder.

00:50:13: Deine Lieder?

00:50:14: Ja, also von dir selber.

00:50:16: Das ist das Wichtigste von dir, das von dir

00:50:20: hier auf dieser Welt.

00:50:21: Ich glaube, dass sie sagen, das war ein

00:50:23: guter.

00:50:23: Ja, das ist er ja.

00:50:26: Das kann ich bestätigen.

00:50:27: Ja, also ich will nicht so wie der

00:50:30: amerikanische Präsident enden.

00:50:32: wo man dann sagt, ich möchte gut

00:50:35: dahinter liegen und ich hätte mich als

00:50:40: guter Vater, natürlich, ich sage, er war ein

00:50:43: guter Vater und hat das und das gemacht.

00:50:45: Ja, das ist mir schon wichtig.

00:50:48: Du weisst, es ist ein Kapitel in meinem

00:50:53: Titelbuch, das wir hier oben machen, das

00:50:55: ist hier und jetzt und dann ist es dann

00:50:57: vorbei, also am Schluss werden wir das

00:50:58: Kapitel 2 machen und dann ist es passiert.

00:51:01: Gibt es noch etwas, was du noch sagen

00:51:03: möchtest?

00:51:03: Ja, es ist eben so, ich habe...

00:51:09: Nein, Entschuldigung.

00:51:10: Irgendein Thema, ein Bild oder

00:51:13: irgendetwas, wo findest du es wichtig, dass

00:51:15: es nicht erwähnt wird?

00:51:16: Weiss nicht.

00:51:17: Vielleicht, wenn die Kameras aus sind.

00:51:19: Ja.

00:51:19: Nein, es hat mich sehr gefreut.

00:51:21: Es ist eine coole Sache, dass so viele Leute

00:51:23: schauen und hören können.

00:51:24: Es ist sehr schön.

00:51:25: Und ja, gebt euch diese neue Musik, wenn

00:51:28: ihr Künstler...

00:51:29: Künstlerinnen in der Schweiz

00:51:30: unterstützen, unterstützen sie auch.

00:51:31: Das brauchen sie wirklich.

00:51:33: Das ist wirklich so.

00:51:34: Sie kommen zu einem Konzert und haben

00:51:36: alle eine gute Zeit.

00:51:38: Wir sind nicht ganz fertig.

00:51:40: Am Schluss gibt es immer noch, wie es

00:51:43: normalerweise ist in einem Buch, es gibt

00:51:45: ein Kapitel mit einem Titel und ein Zitat,

00:51:48: das ich geschrieben habe für dich.

00:51:50: Ich bin gespannt.

00:51:52: Ich lese es mal vor.

00:51:53: Meinst du, stille Momente...

00:51:58: tiefe Kraft.

00:51:59: Es sind oft die stillen Momente, die so

00:52:02: wertvoll sind.

00:52:03: Wenn laut, dann bitte mit Substanz.

00:52:06: Mit beiden Füssen am Boden und mit

00:52:10: offenem Blick in die Welt, verwurzelt in

00:52:12: das, was Halt gibt, neugierig in das, was

00:52:15: kommt, mit viel Herz.

00:52:16: Wer so lebt, verliert sich nie, sondern

00:52:20: entdeckt sich immer wieder neu und

00:52:23: kommt so seiner besten Version.

00:52:25: Schritt für Schritt.

00:52:28: Wow, mega.

00:52:29: Und jetzt, und jetzt.

00:52:31: Schön.

00:52:32: Schritt für Schritt.

00:52:37: Sehr schön geschrieben, danke vielmals.

00:52:53: Danke auch, bis zum nächsten Mal.

00:52:54: Ich kann mich gerade an das erinnern, vor

00:52:56: einem Konzert ist es immer ganz, ganz,

00:52:58: ganz ruhig.

00:52:59: Du gehst raus und dann macht es BAM.

00:53:02: Ich hatte es gerade gebildet, mega cool.

00:53:05: Schön.

00:53:06: Ja.

00:53:07: Es hat mich gefreut, dass du da warst.

00:53:10: Mich auch.

00:53:11: Dann würde ich sagen, schliessen wir das

00:53:12: Kapitel für heute.

00:53:13: Das war es, Marco.

00:53:15: Danke vielmals, alles Gute.

00:53:17: Für die Zukunft und viel Erfolg auf der

00:53:22: Tour.

00:53:22: Danke, dir auch.

00:53:23: Alles Gute.

00:53:24: Das sehe ich bei den Zuschauerinnen und

00:53:25: Zuschauern hier oder auch zu Hause.

00:53:27: Nehmen Sie etwas mit.

00:53:29: Es soll ein bisschen nachhalten, die

00:53:30: Gespräche, auch am morgigen Tag.

00:53:32: Und vielleicht singen Sie morgen ein, wenn

00:53:35: Sie zuerst aufstehen.

00:53:36: Wäre mal etwas, wer mal anfängt.

00:53:38: Danke vielmals fürs Zuschauen.

00:53:40: Bis zum nächsten Mal und adios.

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